24.05.20 | „…künstler seit…“


wenn ich mich festlegen sollte, ab wann ich mich – mindestens auch, inzwischen in erster linie – als ein mixed media künstler verstehe, dann ist, mit früh- und vorphasen, der mai 2010.
in diesem monat zog ich in eine neuköllner altwohnung, von dessen ursprünglichem zustand ich leider keine fotos gemacht habe. fast sämtliche flächen dieser wohnung waren in den 70er und 80er jahren im stil dieser zeit verschalt worden, die decken waren mit profilbrettern heruntergezogen, auch einigen wänden war es, um ecken und kanten zu verbergen, ebenfalls so ergangen, auf den dielenfußboden waren sperrholzplatten genagelt, alles andere war mit mehreren lagen mit rausfaser tapeziert und rosa, lindgrün und pastellgelb gestrichen. wir haben die vormalige wohnung erst wieder freiglegt und anschließend grundlegend renoviert.
hinter den oberfläche verbarg sich eine schöne altbewohnung mit die bauzeit in den ersten jahren des 20. jahrhunderts typischem, dezentem stuck, teilen alter profilleisten knapp über augenhöhe, und vor allem im flur fanden sich reste einer ursprünglichen wandbemalung.  von all dem versuchte ich so viel wie möglich zu erhalten und mit tiefgrund zu konservieren. in der küche fand sich an der wand einer bleistiftnotiz mutmaßlich eines kindes: hilde. wo es sichtbar wurde und möglich war, habe ich die farbliche gliederung der wände rekonstruiert.
die art dieser renovierung war eine art blaupause oder generalprobe für meine spätere bar und kunstgalerie LUDWIG am anderen ende der straße.
während der renovierung, die sich über ein 3/4 jahr hinzog, entdeckte ich einen riesigen, sehr spannenden trödelhändler (heute befinden sich dort die “hochwertigen” wohnungen des “richard karree”…), und dort einen haufen gleicher hölzerner kisten, die ich sofort kaufen musste. aus ihnen baute ich eine regalwand, die ich zur aufbewahrung mir besonderer und schöner dinge nutzen wollte. wenn man wie ich von den 80ern geprägt ist und dieses möbel “böse” benennen will, könnte man es einen überdimensionerten “setzkasten” nennen.
ausversehen entstanden so kleine bühnen, sets, installationen, die, wenn man möchte, assoziative geschichten erzählen. und so entstand meine 1. assemblage kinderlich 1 (siehe dort auch das letzte, unterste bild).
ich liebe diese regalwand noch immer, sie dient mir jetzt vor allem als lager für kunstmaterial. sie hatte nur einen nachteil: diese kleinen bühnen waren immer nur etwas temporäres und immobil. ich wollte nichts irreversibel fixieren, damt sich die fächer weiterhin verändern können.
im weiteren verlauf fand ich, vielfach auf der straße, aber wiederum auch beim trödelhändler, alte schubläden, und so überführte ich diesen einen guckkasten, mit ein paar wesentlichen veränderungen, in eine der “neuen” kisten und baute eine möglichkeit zu aufhängung ein.
und so kann ich sagen: der mixed media künstler maurus knowles ist in diesem monat 10 jahre alt geworden.

#selbstauskunft


maurus knowles24.05.20 | „…künstler seit…“

18.05.2020 | der 18.05.2005

am 18.05.2005 war ich mit meinem wahlbruder ricardo im „atlantic“ in der bergmannstraße zum frühstück verabredet. es war ein sonniger, warmer, ein richtig schöner frühlingstag! ich setzte mich an einen tisch draußen vorm café, ich weiß noch heute die exakte position, mit blick die straße hinunter in richtung markthalle. von dort würde er gleich kommen. ricardo wohnte in einem haus der „ZiK“ in der riemannstraße, einem der „bunten häuser“.
die morgendliche szenerie der hauptstraße des viertels ist als ein inneres foto abgespeichert. irgendwas war anders. vielleicht, weil es der strahlende premierentag dieses sommers war.
“mein” brasilianer, der seine einbürgerung vorbereitete, war in vielen dingen deutscher als deutsch, vor allem, was verabedungen anbelangte: wenn er sich nur 3 minuten verspätete, rief er an oder schickte eine sms: “komme gleich, sorry!”
ricardo kam nicht.
und so rief ich ihn schon gut 10 minuten nach der verabredeten uhrzeit an. er ging nicht ran, ich sprach ihm aufs band: “mein lieber, hast du unser frühstück vergessen?”. eigentlich war das völlig undenkbar, merkte ich, als ich meine frage aussprach.
ich aß allein ein rührei mit krabben und ging dann etwas ratlos und irritiert ins büro in der gneisenaustraße in höhe der zossener, vorsichtshalber auf dem weg, den er zum „atlantic“ genommen hätte. ich arbeitete zu dieser zeit in der schauspieleragentur meines ex-manns bernhard. von dort aus rief ich ricardo wieder und wieder erfolglos an. ich wurde zunehmend unruhig und fragte bei gayromeo einen gemeinsamen freund, ob er von irgendetwas besonderem wisse: “nö. aber komisch, hast recht.”
irgendwann im laufe des nachmittags hielt ich es nicht mehr aus, ich entschuldigte mich im büro und ging zu meiner wohnung in der yorckstraße kurz vor den eisenbahnbrücken, um ricardos wohnungsschlüssel zu holen. den hatte er mir bei unserer letzten verabredung gegeben, als dauerhafte „einrichtung“, zum blumengießen, wenn er verreist war, oder “für notfälle”. kein großes ding. „aber putz bitte nicht wieder meine fenster!“ ok, versprochen.
etwas war nicht in ordnung, das spürte ich langsam. mein schritt wurde schneller und schneller. dennoch sah ich auf dem weg von meiner zu seiner wohnung in der hagelberger straße auf dem fußweg eine münze mit einem loch in der mitte liegen, eine “weiterspielmarke”, wohl für einen spielautomaten. eigentlich nichts großartiges, aber ich steckte sie hastig ein. damals sammelte ich noch kein material für assemblagen. vielleicht fing meine sammelei damit an. auch hier weiß ich noch den genauen fundort.
an ricardos wohnungstür angekommen – zuletzt war ich gerannt – klingelte ich wieder und wieder. „ricardo?“ nichts. ich hatte große hemmungen, den schlüssel in meiner hand zu benutzen. war das jetzt ein notfall? vielleicht war ja auch nur ein sex-date ausgeufert, irgendwie sowas. dann wird es gleich ziemlich peinlich für alle anwensenden.
schließlich stand ich im flur seiner wohnung. “ricardo?” alle zimmertüren waren geschlossen. “ricardo?” eine nach der anderen öffnete ich vorsichtig und langsam, im uhrzeigersinn: küche, wohn- und arbeitszimmer, bad. alles war sehr ordentlich und wirkte frisch geputzt. auf seinem schreibtisch stand ein frischer strauß seiner lieblingsblumen: weiße lilien.
blieb nur noch das schlafzimmer. scheiße!
meine hand liegt auf der klinke. “ricardo?” ich zögerte einen ewigen moment. gleich. gleich weißt du’s. weißt du was? neben mir im rechten winkel hängt ein spiegel, ich seh mich selbst aus dem augenwinkel, wie ich da stehe. ich drücke die türklinke hinunter, ganz langsam, spüre jeden millimeter der bewegung, und öffne schließlich die schlafzimmertür.
ricardo liegt nackt im bett, auf dem rücken. seine arme sind seltsam angewinkelt, die ellenbogen zeigen nach oben, als würde er keine luft bekommen, seine brust ist gewölbt. die bettdecke war vom oberkörper gerutscht. seine haut war grau, einfach nur grau. „ricardo?“ er antwortet nicht. ich denke: „du musst da jetzt reingehen und ihn anfassen! das bild kann täuschen! du irrst dich vielleicht! du musst ihn anfassen, dann weißt du ‘es’! geh da jetzt rein und fass ihn an!“
mit aller kraft versuche ich, durch den türrahmen zu treten. es geht nicht. innerlich nehme ich anlauf um anlauf, wieder und wieder. als wäre da eine wand aus glas, wie so ein energiefeld in SF-filmen, pralle ich ab. „verdammt, geh da jetzt rein und fass ihn an!“
ich schaffe es nicht. ich kann einfach nicht in sein schlafzimmer eindringen. ich hätte auch gar nicht den mut, ihn anzufassen, das weiß ich. dann fließt womöglich diese kälte in meinen körper, die ich nie wieder loswerde… ich hatte da schon einen toten liebhaber geküsst zum abschied.
aber das ist doch ricardo! „du weißt nichts, solange du ihn nicht angefasst hast!“ in diesem moment habe ich das gefühl, unserer verbindung, unserer freundschaft, unserer nähe nicht gerecht zu werden. „scheiße, scheiße, scheiße!!!“
ich rufe bernhard im büro an, meine verhasste kollegin verbindet mich widerwillig. bernhard hat ein abgeschlossenes medizinstudium inklusive praktischem jahr, kurz: er ist arzt. ihn braucht es jetzt! „bernhard, ich bin bei ricardo. bitte komm her! vielleicht ist er… ist er… tot? ich weiß es nicht! bitte komm! komm schnell!“
was habe ich da gerade gesagt? „ok, ok, ich komme gleich!“
dann stehe ich da im flur, an die wand mit dem spiegel gelehnt. ich muss jetzt warten, bis bernhard kommt.
ein seltsames gefühl steigt in mir auf. ist es… angst? vor etwas, dem ich zuvor und so noch nie begegnet bin? egal, ich brauche jetzt sofort eine verbindung zur welt da draußen! ich öffne die wohnungstür. da ist etwas oder jemand ist, das oder der raus will aus dieser wohnung. ja, genau so ist das! “hier, die tür ist offen! jetzt kannst du raus!” es geht an mir vorbei hinaus.
und jetzt? warten.
ich kann nicht nur warten! ich muss irgendwas tun! ich schreibe meinem ex-freund björn eine sms: „ich möchte das haareschneiden absagen. sorry, melde mich später nochmal.“ was tue ich hier? egal, wahrscheinlich will ich heute abend björn nicht die haare schneiden. „ok“ schreibt er prompt zurück.
endlich kommt bernhard das treppenhaus hochgerannt und steht auch schon an ricardos bett. ich bleibe weiterhin im türrahmen stehen. er zögert einen moment, als würde auch ihn, sogar ihn! etwas zurückhalten. dann fasst er ihn an. er versucht ihm fachmännisch den puls zu fühlen, am hals. hat der graue ricardo mit seinen aufgerissenen augen einen puls?
21, 22. 23.
bernhard sieht mich entsetzt an: „du hast recht, er ist tot!“
ich falle rücklings an die wand mit dem spiegel und rutsche an ihr herunter. ich sehe das alles – im grunde schon seit heute früh vorm „atlantic“ – wie von außen, wie einen film.
später sage ich, dass mir in diesem moment alle meine sicherungen durchgebrannt sind. ich konnte diese durchgeschmorten sicherungen bis heute nicht austauschen. sie sind im verschmolzen mit allem anderen. überbrückt habe ich sie.

ricardo war mutmaßlich am frühen morgen des 17.05. an einem herzinfakt aus dem schlaf heraus gestorben.

bei unserer letzten begegnung in seiner wohnung hatte er mit mir scheinbar ohne naheliegenden anlass über seinen tod gesprochen. wir hatten oft sehr tiefe gespräche. „ich will nicht verbrannt werden! in deutschland sind schon viel zu viele verbrannt worden!“ ich wusste genau, was er meint. wir wollten uns demnächst gemeinsam das fertig gestellte holocaust-mahnmal am tiergarten ansehen. wir standen beide diesem mahnmal einigermaßen kritisch gegenüber.
bis zu seiner beerdigung trug ich die weiterspielmarke in meiner hosentasche immer bei mir. ok, weiterspielen. als ich mit meiner rede zu seiner trauerfeier grandios scheiterte, wie es anders wohl nicht hat sein können, zeigte ich sie, am rednerpult stehend, der trauergemeinde, und erzählte, auf welchem weg ich sie fand. mir blieb immer wieder die stimme weg.

die geschichte dieses tages habe ich immer mal wieder erzählt, aber bislang noch nicht aufgeschrieben. das habe ich also jetzt getan, 15 jahre danach.
vergangenen samstag, den 16.05.2020 habe ich mir die münze auf den hals tätowieren lassen. ich hatte dazu immer wieder die worte „solange ich lebe“ im kopf. beim stechen dachte ich die ganze zeit unvermeidlich an diesen tag. ricardo war auch mein ‘tattoo mate’.
dieser text entstand in der nacht vom 16. auf den 17.05.2020.
den nachmittag und abend des 17.05. habe ich bis ins morgenblau mit ricardos damaligem liebhaber matthias verbracht, inzwischen einem meiner engsten freunde. wir trafen uns vor ricardos haus, gingen dann rüber zu seinem grab auf dem friedhof an der bergmannstraße. anschließend spazierten wir zu ihm, an meiner damaligen wohnung vorbei nach schöneberg. matthias hat für uns beide gekocht, wir haben miteinander gegessen, wein getrunken und über viele dinge gesprochen.
heute am 18.05. habe ich 3 fotos, die gestern an ricardos grab entstanden, zu einem bild zusammengefügt.
meine trauer ist schon lange nicht mehr düster und schwer! sie ist ein teil von mir und teil meines lebens. so wie dieser “film” des 18.05.2005, den ich in mir trage.
der tod ist ein teil des lebens. und er kann jederzeit kommen, vielleicht sogar schon heute oder morgen. oder erst später.
aber bis dahin spiele ich weiter, ricardo, versprochen!
ich habe nur bis heute ein problem damit, wenn ein freund oder eine freundin nicht wie erwartet zu erreichen ist.

zu den bildern:
links die weiterspielmarke auf meinem hals,
in der mitte das aufgefrischte grab, in eine der vasen haben wir ihm einen ordentlichen schluck sekt gegossen
rechts meine gerade vollendete, noch nicht abgeheilte „herzhand“, die, die berührt, auf ricardos grabplatte aus gummi

den in einem hellrosa-grünem scherbenmosaik und messingrahmen eingefassten spiegel aus ricardos flur habe ich geerbt. er hängt in meiner wohnung. ich sehe immer mal wieder einen ganz bewussten moment in ihn hinein und aus ihm heraus.

#backgroundstory

maurus knowles18.05.2020 | der 18.05.2005

03.05.20 | rixdorfer friedhöfe

trauerhalle friedhof columbiadammich habe mir vorgenommen, in der nächsten zeit alle friedhof in nordneukölln oder – historisch exakter – in der ehemaligen stadt rixdorf besuchen und besichtigen zu wollen, unabhängig ihrer vermeintlichen oder tatsächlichen schönheit oder attraktion. in den letzten zwei wochen habe ich mir vier friedhöfe angesehen.
immer mehr begräbnisflächen und ganze anlagen werden entwidmet. die klassische erdbestattung ist fast zur seltenheit geworden, und momentan werden die gräber aus der zweiten hälfte des 20. jahrhunderts abgeräumt.
mein augemerk gilt also der teils verlorengehenden trauer- und begräbniskultur und dem umgang damit in den späteren jahrzehnten oder jahrhunderten, sie spiegelt – manchmal auch unbewusst – die gesellschaftlichen, sozialen und politischen verfasstheiten.
auch im bezug auf die stadtentwicklung sind friedhöfe interessant, in neukölln waren erst sie da, die stadt wuchs über sie hinweg, oftmals verbunden mit “gebietsverlusten. fast jedesmal, wenn ich mir einen neuen friedhof ansehe, stelle ich fest, dass die stadt von ihm aus betrachtet anders aussieht: es ergeben sich neue aus- und einblicke.
nicht zuletzt sind friedhöfe aber auch oft sehr friedvolle und also erholsame orte.
bei meinen touren entstehen einige fotos, die vor allem dokumentieren und mir optische notizen sein sollen. ich poste sie in loser folge auf meiner facebook-seite, einige besondere aber auch in jemands instagram-blog.
das foto zeigt das innere der historischen trauerhalle des friedhofs columbiadamm, gewisserweise auf dem tempelhofer feld. es ist aufgenommen durch leicht eingefärbtes strukturglas.

#artbackgroundstory

maurus knowles03.05.20 | rixdorfer friedhöfe

20.04.20 | der rollberg & ich


heute war wieder so ein tag.
meine runde mit meinem hund tariq ging heute durch das rollbergviertel und den schillerkiez, auf dem tempelhofer feld über das gelände des ehemaligen sportparks neukölln, durch den entwidmeten teil des thomas-friedhofs, die hermannstraße runter.
an dem ganz kurzen, östlichem stummel der kienitzerstraße (siehe bild oder 52°28’34.1″N 13°25’37.6″E) habe ich mir endlich mal die zeit genommen, ein foto von den verbliebenen zweieinhalb altbauten des “flächen-weg-sanierten” viertels zu machen und einen blick in das eine zugängliche treppenhaus zu werfen, in dem das baujahr des hauses als stukatur vermerkt ist, 1888, das “dreikaiserjahr”.
ich habe mich wieder gefragt, was meine leitlinien für eine bessere gegenwart gewesen wären für das rollbergviertel, einem sehr frühen arbeiterquartier, das baulich nahezu unversehrt durch den krieg kam und in bezug auf die stadtentwicklung und arbeiterbewegung, die blutigen kämpfe während der weimarer republik… so einiges zu erzählen hat, doch auch noch in seiner heutigen form.
irgendwo im verlauf der werbellinstraße kam ich dann wieder “zurück”:
den gesamten weg über war ich nicht hier und heute, sondern damals, in der mitte des neunzehnten jahrhunderts, in den 1930ern jahren, zur und vor der vorletzten jahrhundertwende, in den 50ern und 60ern… – je nachdem, wie alt die treppenanlage, die friedhofsmauer, der bordstein, der baum… alt ist. ich lese die ganze zeit spuren, oder versuche es zumindest. ich stelle mir die akustik vor, den geruch, die proportionen des stück straße oder der ecke. meine großmutter und mein vater werden all das gekannt haben, sie haben hier gelebt, ganz in der nähe.
heute war wieder so ein tag mit einer solchen tour, und ich weiß, dass mir das immer wieder passiert, zumindest wenn ich zeit habe und mich ganz akut nichts stresst, im kopf. ich bin dann ganz weit weg – und ganz da! und es entsteht eine verbindung zu einem ort, hinter die ich dann nie zurück kann, in der ich wohne und mache, was ich mache.

#backgroundstory

maurus knowles20.04.20 | der rollberg & ich

04.03.20 | rost und anderes

ich packe meinen koffer und tue hinein…
19.02.- 02.03.2020 israel/palästina: ich hab irre viel gesehen, beobachtet, gedacht, gefühlt – bilde mir jetzt aber nicht gleich ein, schon sonderlich viel verstanden zu haben. es ist wie so oft oder immer: etwas wird dir ein bisschen klarer, und das wirft dann 3 neue fragen auf.
ich nehme jedenfalls einiges mit. das physisch/dingliche davon, gesammelt unter der maxime “nur handgepäck”, ergibt kein geschlossenes, vollständiges bild, nur ein schlaglicht. in der hauptsache, das rechte dreiviertel, ist material für collagen und assemblagen. #artmaterial

maurus knowles04.03.20 | rost und anderes

14.02.20 | i hope souls can fly

als handgepäck / hand baggage (siehe gallery of things unten, unter “further pieces”) war dieses wandobjekt von 2014 teil der mixedmedia-gruppenausstellung das wesen der dinge, in der ich von dezember 2017 bis märz 2018 u.a. viele meiner arbeiten gezeigt habe. anschließend brachte ich den stuhl und den koffer mitsamt seines inhalts wieder zurück nach hause in meine wohnung, dem kunstlager, ich stelle alles zusammen in eine ecke auf den boden.
bis zum letzten jahreswechsel hat es bis zum re-arrangement gedauert, mit einer wesentlichen neuen zutat: dem ausgestopften greifvolgel. dies geschah sehr spontan und geradewegs.
mein eigener innerer kontext ist mir nun sehr viel klarer geworden – allerdings möchte ich ihn nicht benennen, um den freien blick auf das objekt nicht einzuengen. nur so viel: für mich haben die gummihandschuhe etwas kaltes, ablehnendes – sie haben jetzt einen widerpart, dem vogel mit seinen weiten schwingen. nun ist es:

airfreight / luftfracht
I hope souls can fly. / ich hoffe, seelen können fliegen
98 x 64 x 56 cm | 2014/19

maurus knowles14.02.20 | i hope souls can fly